Schmerzentstehung
Schmerz beginnt mit einer Reizung einzelner Nervenzellen oder gesamter Nerven, z.B. hervorgerufen durch äußere Einflüsse wie Hitze, Kälte und Druck oder durch krankhafte Prozesse im Körperinneren. Der akute Schmerz tritt als Folge einer Schädigung eines Organs oder Gewebes auf, er kann in chronische Schmerzen übergehen.
Schmerzbahnen
Schmerzen werden über Schmerzrezeptoren, die im gesamten Körper verteilt sind, wahrgenommen. Nervenbahnen leiten die Schmerznachricht in Form von elektrischen Impulsen an das Rückenmark und von dort ins Gehirn weiter. Nur wenn das Gehirn das Signal verarbeitet und als Schmerz deutet, rückt der Schmerz ins Bewusstsein. Bei starkem Stress, großer Angst oder auch völliger Ablenkung kann das Gehirn das Rückenmark beeinflussen und Schmerzen werden gar nicht oder weniger intensiv wahrgenommen als in anderen Situationen.
Akuter Schmerz
Akute Schmerzen beginnen plötzlich. Sie können dazu führen dass sich Herzschlag und Atmung beschleunigen, der Blutdruck ansteigt, Schweiß abgesondert wird und sich die Pupillen weiten. Der Körper geht in Alarmbereitschaft, da der akute Schmerz Signalcharakter hat. Er macht auf eine Gewebeschädigung oder die funktionelle Störung eines Organs aufmerksam. Beispielsweise löst das Berühren einer heißen Herdplatte eine akute Schmerzwahrnehmung aus, die das Zurückziehen der Hand hervorruft und den Körper vor weiteren Schädigungen schützt.
Chronischer Schmerz
In der Regel spricht man von chronischen Schmerzen, wenn sie länger als einen Monat über die übliche Dauer einer Krankheit oder Verletzung hinaus bestehen. Ebenso als chronisch werden Schmerzen eingestuft, die über Monate oder Jahre hinweg immer wiederkehren.
Bei der Entstehung chronischer Schmerzen spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Die genetische Veranlagung entscheidet darüber, wie ausgeprägt die körpereigene Schmerzwahrnehmung und -hemmung ist. Das Gehirn kann außerdem den Schmerzimpuls, der durch die Nerven vermittelt wird, mit individuellen Gefühlen und Erfahrungen verknüpfen. Dementsprechend ist das Risiko, chronische Schmerzen zu entwickeln, höher, wenn ein Patient auf Schmerzen mit Depression, Angst und Hilflosigkeit reagiert.
Literatur:
MSD Manual Handbuch Gesundheit, Mark H. Beers, M.D., Goldmann-Verlag, 2. Ausgabe 2005, S. 430-431.