Rheuma bei Kindern
Rheumatische Erkrankungen werden häufig mit älteren Menschen assoziiert. Dass auch Kinder in seltenen Fällen daran erkranken können, ist noch immer weitgehend unbekannt. Auch über die Ursache weiß man trotz intensiver Forschung kaum etwas.
Die so genannte juvenile rheumatoide Arthritis beinhaltet verschiedene Formen des kindlichen Rheumas. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine akut entzündliche Form der Gelenkerkrankung, die mit plötzlichen Fieberschüben, Gelenkschwellungen und -überhitzungen verbunden ist.
Gemessen an der Zahl der betroffenen Gelenke unterscheidet man die pauciartikuläre juvenile Arthritis (bis zu vier Gelenke, meist die der Beine), die Polyarthritis (mehr als fünf Gelenke) und die systemische Form, das Still-Syndrom.
Still-Syndrom
Das Still-Syndrom stellt eine besonders gravierende Sonderform der juvenilen rheumatoiden Polyarthritis dar, bei der sich die Entzündung über den gesamten Körper ausdehnt.
Leber, Milz und Lymphknoten können vergrößert sein. Manchmal ist auch der Herzbeutel entzündet oder, seltener, sind die Nieren betroffen. Hohes Fieber und ein flacher, rosa- oder lachsfarbener Hautausschlag gehen den Gelenkschmerzen und -schwellungen voran.
Symptome
Die Kinder haben nach dem Aufwachen schmerzende, steife Gelenke. Die Gelenke sind oft geschwollen und warm, jedoch sind die Schmerzen häufig nicht so ausgeprägt wie die Schwellung es vermuten lässt. Bewegungen werden möglichst vermieden, da diese die Schmerzen verschlimmern.
Verlauf
Im weiteren Verlauf kommt es häufig aufgrund einer Wachstumsbeeinträchtigung zu Verformungen der Gelenke, die im Falle des Kieferwachstums zu einem „fliehenden Kinn“ führen können.
Die Krankheit führt in rund 13% aller Fälle zum frühen Tod oder wandelt sich in andere rheumatische Krankheitsformen wie die rheumatoide Arthritis um. Jedoch ist sie trotz der Schwere des Krankheitsverlaufs die einzige, die vollständig ausheilen kann.