Gicht (akute Gichtarthritis)
Gicht ist eine meist erblich bedingte Stoffwechselstörung, die bei Männern häufiger auftritt als bei Frauen. Die Erkrankung tritt bei Männern meist im mittleren Alter zum ersten Mal auf, bei Frauen erst nach den Wechseljahren.
Ursachen
Gicht wird durch Ablagerungen von Harnsäurekristallen in den Gelenken verursacht. Purine stellen eine Vorstufe der Harnsäure dar und sind in vielen Lebensmitteln enthalten. Der Körper bildet daraus Harnsäure und scheidet sie über die Nieren aus. Wenn die Nieren mit dem Urin nicht genug Harnsäure ausscheiden können, führt dies zu einer Ansammlung im Blut und zur Bildung von Kristallen.
Purinreiche Nahrungsmittel sind beispielsweise Anchovis, Spargel, Hering, Bratensoße, Pilze, Muscheln, Innereien, Sardinen oder Bries. Alkohol erhöht zudem die Produktion der Harnsäure und verringert die Ausscheidung über die Nieren. Daher kann er in Verbindung mit einer purinreichen Ernährung das Problem verschlimmern. Müdigkeit, Stress und Krankheit können bei vorhandener Ablagerung von Harnsäurekristallen Auslöser eines akuten Gichtanfalls sein.
Symptome
Typischerweise treten in einem oder in mehreren Gelenken starke Schmerzen auf und nehmen an Stärke zu. Dies kommt häufig nachts vor. Betroffene sprechen von nahezu unerträglichen Schmerzen, wenn sie eine akute Gichtattacke beschreiben. Weitere Symptome eines Gichtanfalls können Fieber, Schüttelfrost, allgemeine Übelkeit und Herzrasen sein.
Zunächst klingen die Symptome nach und nach wieder ab und das Gelenk funktioniert wieder, jedoch treten die Anfälle mit fortschreitender Erkrankung häufiger auf und dauern länger an. Neben einer dauerhaften Schädigung der Gelenke kann sich eine chronische Gicht entwickeln.
Vorbeugung und Behandlung
Bei der Behandlung steht zunächst die Reduktion der starken Schmerzen im Vordergrund. Neben der Einnahme von Entzündungshemmern, die die Schmerzen lindern und die Gelenkschwellung reduzieren, sollte das betroffene Gelenk ruhig gestellt und gekühlt werden.
Der Harnsäurespiegel ist medikamentös beeinflussbar, kann aber meistens schon durch entsprechend gesunde Ernährung wieder normalisiert werden. Zur weiteren Vorbeugung oder Verhinderung eines Rückfalls sollte viel getrunken und Alkohol vermieden werden. Eine eiweiß- und purinarme Ernährung ist dringend erforderlich. Bei Übergewichtigen kann sich zudem eine Gewichtsreduktion positiv auf den Harnsäurespiegel auswirken.